Die natürliche Lust der Knaben für Abenteuer
Ludwig P. wurde 1905 in Hallein geboren. Bereits in früher Jugend ergriff ihn das Reisefieber. Er war nur fünfzehn Jahre alt, als er eine Stelle während der Sommerferien als Hauslehrer in Italien annahm und kehrte erst fünf Jahre später wieder nach Österreich zurück. In diesen Jahren bereiste er, oft zu Fuß, viele Länder Europas und Nordafrikas, lernte Italienisch, Spanisch und Französisch und bestritt seinen Lebensunterhalt mit verschiedensten Gelegenheitsarbeiten.
Ludwig P., ca 20 Jahre alt
Die wirtschaftliche Not und die hohe Arbeitslosigkeit der Nachkriegszeit hatten viele Menschen dazu bewegt, Österreich zu verlassen. Während seines kurzen Aufenthaltes in der Heimat beschloss auch Ludwig P. fortan in Afrika zu leben. Des Reisens müde, ließ er sich 1925 in Äthiopien nieder und arbeitete als selbstständiger Kaufmann und als Buchhalter und Kassier für verschiedene Firmen.
Bei Kriegsbeginn meldete er sich als
Freiwilliger in der italienischen Kolonialarmee, geriet jedoch bald in
Kriegsgefangenschaft, wo er aufgrund der im Lager herrschenden Zustände schwer
erkrankte.1943 kehrte er als Austausch-Invalide in seine Heimat zurück und
verstarb bald nach seiner Ankunft in Österreich.
Kurz vor seinem Tod begann Ludwig P. seine Lebenserinnerungen niederzuschreiben.
Dieses 15-seitige Manuskript, einige Negative seiner Fotografien, die ihm vom Roten Kreuz aus Äthiopien übermittelt wurden sowie ein paar Postkarten, die er an seine Familie geschickt hatte, sind das einzigen Andenken an das abenteuerliche Leben Ludwig P.s.
Dieses 15-seitige Manuskript, einige Negative seiner Fotografien, die ihm vom Roten Kreuz aus Äthiopien übermittelt wurden sowie ein paar Postkarten, die er an seine Familie geschickt hatte, sind das einzigen Andenken an das abenteuerliche Leben Ludwig P.s.


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